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Bauhaus in Leipzig

Krochhochhaus – 04109 Leipzig, Goethestraße 2

Das Krochhochhaus am Augustusplatz wurde 1927 und 1928 erbaut und war das erste Hochhaus von Leipzig. Finanziert wurde es durch den jüdischen Bankier Hans Kroch (* 1887 Leipzig + Jerusalem 1970). Ihm gehörte das Bankhaus Kroch jr. Kommanditgesellschaft auf Aktien in Leipzig, welches zuvor in der Goethestraße 7, Ecke Ritterstraße ansässig war.

Krochhochhaus 1929

Er war Teilhaber der Aktiengesellschaft Braun, Grützke & Co und gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats. Neben ihm begleiteten dieses Amt noch weitere einflussreiche Persönlichkeiten, nämlich der Geheimrat Dr. Paul Bach und die Bankdirektoren Georg Kosterlitz und Oskar Meiners. Das Gebäude hat zwölf Geschosse, wobei am vorletzten eine Turmuhr angebracht ist und am obersten zwei speiende Löwen prangen. Auf dem Dach befindet sich ein Glockenwerk mit der Aufschrift Omnia vincit labor. Im Krochhochhaus, das die Anschrift Goethestraße 2 trägt, sind heute universitäre Einrichtungen und das Ägyptische Museum untergebracht.

Krochhochhaus 2008

Krochsiedlung - 04157 Leipzig-Gohlis, Max-Liebermann-Straße / Landsberger Straße

Auf Krochs Betreiben hin wurde im Norden von Gohlis die nach ihm benannte Krochsiedlung errichtet. Diese liegt in einem Quadrat zwischen Max-Liebermann-Straße und Landsberger Straße und besteht aus mehrstöckigen Wohngebäuden. Die meisten Straßenzüge tragen die Namen von ostfriesischen Inseln, wie Wangerooger Weg oder Borkumer Weg. Alle weisen den Bauhausstil mit den charakteristischen Flachdächern auf. Für die damalige Zeit war diese Architektur geradezu revolutionär, die Räume und Inneneinrichtung entsprachen den gehobenen Ansprüchen. Die Treppenhäuser und Wintergärten sind großflächig verglast. Während der DDR-Zeit befand sich die Siedlung im Dornröschenschlaf. Heute sind die Gebäude saniert und dank der umfangreichen Begrünung ist ein angenehmes Wohnen möglich.

Krochsiedlung, Helgoländer Weg

Versöhnungskirche – 04157 Leipzig-Gohlis, Ecke Viertelsweg / Franz-Mehring-Straße

Als Teil des Gesamtkonzeptes muss die evangelische Versöhnungskirche betrachtet werden. Sie sollte im Zentrum der neuen Wohnsiedlung stehen. Stattdessen sind die beiden Anlagen heute einen halben Kilometer voneinander entfernt. Die dazwischen liegende Fläche wird durch den Kleingartenverein Germanus genutzt. Zahlreiche Glaselemente, darunter ein überdimensionales Kreuz im Vorderbereich, sind auch für dieses Gebäude prägend. Die Kirche befindet sich in der Nachbarschaft des Gohliser Friedhofs mit einer sehenswerten Kapelle.

Versöhnungskirche in Gohlis

Rundling – 04279 Leipzig-Lößnig, Siegfriedplatz

Nicht minder interessant ist die „Rundling“ genannte Wohnsiedlung im Leipziger Stadtteil Lößnig. Der Ort rund um die Bornaische Straße war ein sehr alter und spielte mit seiner Pfarre, der heutigen Gethsemanekirche, eine bedeutende Rolle für die Umgebung. Am Rande befanden sich vorwiegend landwirtschaftliche Nutzflächen. Darauf wurde in den Jahren 1929 / 30 die Siedlung im Stil der neuen Moderne angelegt. Die Wohnhäuser gruppieren sich um eine kreisrunde Straßenanlage und in einigen Nebenstraßen. Diese sind nach Figuren aus der Nibelungensage benannt, daher ist auch der Name „Nibelungensiedlung“ geläufig.

Der Rundling

Sie tragen die Namen Siegfriedstraße, Nibelungenring, Kriemhildstraße, Etzelstraße, Giselherstraße, Dankwartstraße und weitere mehr. In der Mitte liegt der begrünte Siegfriedplatz mit einer Anzahl von Ruhebänken. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese Siedlung bombardiert. Heute sind die maroden Hinterlassenschaften beseitigt und man kann das Ensemble in einem sanierten Zustand besichtigen. Am Rande davon entstand wenig später die Gudrunsiedlung. Alle Gebäude sind in Flachdachbauweise errichtet, nur im nördlichen Abschnitt überwiegen die Eigenheime mit normalen Dächern.

Am Nibelungenring

Haus Rabe – 04442 Zwenkau, Ebertstraße 26

Zwenkau liegt knapp 20 Kilometer südlich der Leipziger Innenstadt. Die Gegend ist geprägt durch jahrzehntelangen Bergbau. In einem der Restlöcher entsteht einer der größten Seen Mitteldeutschlands, der Zwenkauer See. Nahe dem ehemaligen Bahnhof befindet sich das Haus Rabe. Es wurde 1930 im Bauhausstil erbaut. Die Architekten waren Adolf Rading und Oskar Schlemmer. In zahlreichen Publikationen ist dieses Gebäude erwähnt und abgebildet. Bewohnt wurde es von der jüdischen Familie Rabe. In den Jahren 1995 und 1996 fand eine Sanierung statt. Das Innere weist zahlreiche Fresken, Installationen und Wandmalereien von Oskar Schlemmer auf. Das Gebäude wird heute durch Förderer des Bauhauses privat genutzt, kann jedoch von außen besichtigt werden.

Haus Rabe in Zwenkau

Zittauer Schmalspurbahn

Die Zittauer Schmalspurbahn hat eine Spurweite von 750 mm und verkehrt von Zittau in der Oberlausitz nach Kurort Oybin und Kurort Jonsdorf. Beide liegen im Zittauer Gebirge, dem kleinsten Mittelgebirge Deutschlands, das wiederum ein Teil der Sudeten ist. Seine Fortsetzung wird vom Iser- und Riesengebirge gebildet. Im Süden grenzt die Tschechische Republik, im Osten Polen an diese Landschaft.

Diesellok am Bahnhof Zittau

Zittau hat etwa 28.000 Einwohner und kann mit der Regionalbahn vom Dresdner Hauptbahnhof erreicht werden. Hier befindet sich eine Umsteigegelegenheit ins böhmische Liberec (Reichenberg). Der Bahnhof der Schmalspurbahn liegt separat, wenn man aus dem Hauptbahnhof heraustritt, gleich auf der linken Seite. Die Fahrkarten sind in einem Verkaufsraum erhältlich, und zwar gegenüber der Stelle, wo die Züge abfahren. Es gibt Ermäßigungen für Kinder, Reisegruppen, Studenten und Mehrfahrtenkarten. Ebenso können Tickets ohne Aufpreis im Zug beim Schaffner gelöst werden. Fahrräder und Skier werden kostenlos mitgenommen. Fahrpläne sind auf der Homepage der Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft einsehbar.

Gemütliche Sitzplätze im Waggon

Im Betrieb sind Dampflokomotiven, eine Diesellok sowie ein Triebwagen, die an liebevoll restaurierte historische Personenwagen angekoppelt sind. Es werden Sonderfahrten zum Beispiel mit dem Sachsenzug, Stadtwächter-Zug, Oybiner Burg- und Kloster-Zug oder Musik-Zug angeboten. So lässt sich der Ausflug noch mit einem geführten Stadtrundgang in Zittau oder einer Besichtigung von Oybin verbinden. An Bord gibt es einen kleinen gastronomischen Bereich.

Wartender Zug am Bahnhof Bertsdorf

Die meisten Züge fahren in der Hauptsaison von April bis Oktober. Für die Strecke von Zittau nach Jonsdorf bzw. Oybin benötigt man etwa eine dreiviertel Stunde, wenn man nicht umsteigen muss. Haltepunkte bzw. Bahnhöfe sind in Zittau Haltepunkt, Zittau Süd, Zittau Vorstadt, Olbersdorf Niederdorf, Olbersdorf Oberdorf und Bertsdorf (Bahnhof). Hier teilt sich die Strecke, abwechselnd fährt der Zug nach Jonsdorf oder nach Oybin. Wer in den anderen Ort möchte, muss hier umsteigen. Aber keine Sorge, das geht leicht und schnell, denn der andere Zug steht schon bereit. Der Bahnhof Bertsdorf liegt eigentlich noch am Rande von Olbersdorf.

Rangierende Dampflok am Bahnhof Bertsdorf

Nun geht es hinein ins Zittauer Gebirge. Auf der einen Seite über Kurort Jonsdorf Haltestelle direkt zum Bahnhof von Jonsdorf. Auf der anderen Seite über Kurort Oybin Niederdorf und Teufelsmühle zum Bahnhof Oybin. Die Streckenlänge von Zittau bis Oybin beträgt knapp über zwölf Kilometer. So bummelt man gemächlich durch die Landschaft und hat viel Zeit, sich die Schönheiten selbiger zu Gemüte zu ziehen. Dank der Tatsache, dass der Zug so oft hält, ergibt sich natürlich auch für Wanderfreunde die Chance, die Umgebung zu erkunden.

Stehende Waggons in Oybin

Oybin ist nicht groß und liegt direkt an der tschechischen Grenze. Zum Gemeindegebiet gehören noch die Siedlung Hain und der Luftkurort Lückendorf. Das Wahrzeichen ist der Berg Oybin, ein Felsenmassiv mit einer mittelalterlichen Burg- und Klosteranlage. Weitere Erhebungen sind der Ameisenberg (581 Meter ü. NN.), der benachbarte Töpfer (582 Meter ü. NN.) und der Hochwald (749 Meter ü. NN.) mit einem Aussichtsturm. Auf Schusters Rappen kann man in den Kurort Jonsdorf schlendern und von dort mit der Schmalspurbahn wieder nach Zittau zurückfahren. Zur Orientierung empfiehlt sich die Kompass-Karte Wandern/Rad 811 Oberlausitz/Zittauer Gebirge.

Dampflok am Bahnhof Oybin

Halbinsel Mettnau

Radolfzell und der westliche Bodensee - Überquert man auf einer Brücke die Bahnstrecke, auf der der „Seehas“ Richtung Konstanz fährt, steht man schon mit beiden Beinen auf der Halbinsel Mettnau. Bei einer Länge von 3,5 Kilometern nimmt sie eine Fläche von rund 180 Hektar ein. Der größte Teil ist längst unter Naturschutz gestellt. Am Rande von Radolfzell prägen aber noch mondäne Villen mit blühenden Vorgärten das Erscheinungsbild. Über die Mettnaustraße gelangt man wieder zum Seeufer. Hin und wieder finden sich prächtig bemalte Bildstöcke, ein Zeugnis der tiefen Gläubigkeit der Einheimischen. Kurz darauf hat man bereits das Seebad Mettnau erreicht. Es verfügt über eine ausgedehnte Liegewiese mit Duschgelegenheit und sanitären Anlagen, Kinderspielplatz und –planschbecken, Kiosk sowie eine DLRG-Aufsicht.

Seebad Mettnau

Der Uferweg führt weiter zum Hotel Garni Iris am See. Rechts zweigt die Istres-Promenade ab, die in den Mettnau-Park führt. Dieser vordere Teil der Mettnau ist tatsächlich parkartig ausgestaltet und zeigt sich dem Besucher entsprechend mit vielen Wegen, hohen Bäumen und bunten Blumenwiesen. Der Flurname „St. Wolfgang“ erinnert noch an eine in der Säkularisationszeit abgebrochene Kapelle. An ihrem alten Standort sind ihr ein Gedenkstein und eine bebilderte Informationstafel gewidmet. Wenig entfernt erinnert ein weiterer Gedenkstein an den Lieblingsort des Dichters Joseph Victor von Scheffel.

Mettnau-Park

Unvergleichlich schön sind die Ausblicke, die sich zahlreich auf den Zeller See ergeben. Am Rande des Weges wurde ein Baum gefällt, und aus dem Stamm eine Rose geschnitzt. Nun ist man am Strandbad Mettnau angekommen, wo im Sommer großer Badespaß für die ganze Familie garantiert ist. Neben einer ausgedehnten Liegewiese verfügt es über einen langen Kieselstrand, einen Kinderspielplatz, Beachvolleyballplatz, Fußballplatz, Bocciabahn, Tischtennis und eine Strandbadgaststätte mit Fernsehen und Terrasse. Der Abschnitt wird von der DLRG überwacht.

Strandbad Mettnau

Die Villa Seehalde in der Strandbadstraße 104 gehört heute zu den Medizinischen Rehaeinrichtungen der Stadt Radolfzell, früher war sie das Domizil des Dichters Scheffel. Ebenso hauste er im Scheffel-Schlössle, das heute seinen Namen trägt und Sitz der Kurdirektion ist. In diesem Gebäude gibt es eine kleine Ausstellung, vor beiden erinnern Denkmale an den großen Sohn der Stadt.

Die Villa Seehalde in der Strandbadstraße 104 war das Domizil des Dichters Joseph Victor von Scheffel.

Dort, wo die Straße aufhört und nur noch ein Wanderpfad in die Wildnis führt, befindet sich ein Naturschutzzentrum, das Ausstellungen und Exkursionen rund um die seltene Artenvielfalt anbietet. Einen Schwerpunkt setzt die örtliche Vereinsarbeit auf den Erhalt des Kormorans. Darüber hinaus gibt es mit dem Life-Pfad Mettnau eine weitere Attraktion in diesem Gebiet. Der Pfad führt vom Mettnauturm zum Naturfreundehaus Markelfingen und informiert an 19 Stelen recht anschaulich über die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Station am Life-Pfad Mettnau

Der Aussichtsturm steht an dem Punkt, wo der kleine Seeabschnitt „Markelfinger Winkel“ in den Gnadensee übergeht. Es handelt sich um eine Holzkonstruktion mit einer Aussichtsplattform, die über rundherum führende Treppenstufen erreicht werden kann. Man sollte den Aufstieg nicht verpassen. Sei es in der einen Richtung die Stadt Radolfzell oder in der anderen der Bodanrück, eine bessere Aussicht gibt es so schnell nicht wieder !

Der Mettnauturm gewährt eine großartige Aussicht.

Und wer schon mal so weit gekommen ist, darf auch den kurzen Spaziergang an die Spitze der Mettnau nicht scheuen. Die Umgebung wird hier immer wilder und besteht aus einem morastigen Untergrund, der außer mit Schilf auch mit kargen Wiesen und ein paar Bäumen bewachsen ist. Nun verläuft der Pfad nicht mehr direkt am Ufer entlang, aber man kann sich ständig durch Lücken im Schilf seinen Weg zum See bahnen.

Blick durch das Schilf auf den Gnadensee mit dem Campingplatz Schlafbach auf der gegenüber liegenden Seite

An der Spitze der Mettnau angekommen, wird der Wanderer von einer guten Aussicht und einer enormen Ruhe erwartet. Flach fällt der sandige Uferbereich hinab, und als wüsste man es nicht schon, steht hier noch mal ein Schild, das auf das Naturschutzgebiet hinweist. Das Wasser ist klar und kommt in leichten Wellen an, darin liegen kleine Äste und jede Menge Laub.

Aussicht an der Mettnauspitze

Nach einer Rast kann von hier aus wieder der Rückweg angetreten werden. Beim Kurbetrieb bietet sich noch ein Aufenthalt im Strandcafé Mettnau mit Seeterrasse an. Über den gleichen Weg, oder auch über die Strandbadstraße vorbei am Markelfinger Winkel, kann man gemütlich zur Innenstadt wandern. Die Streckenlänge von der Spitze der Mettnau beträgt etwa vier Kilometer.

Die Halbinsel Mettnau vom Turm aus betrachtet: Im Vordergrund das Naturschutzgebiet, rechts der Gnadensee, hinten der Markelfinger Winkel. Im Hintergrund links Radolfzell, rechts Markelfingen.

Die andere Strecke zweigt kurz vor Erreichen der Bahngleise rechts ab und führt nach Markelfingen. Schön anzuschauen ist das ländliche Dorf wegen seiner gepflegten Häuser und Straßen. Unweit vom Bodenseeufer hält auch auf der Seehas auf seiner Fahrt von Engen über Singen und Radolfzell nach Konstanz. Der staatlich anerkannte Erholungsort besitzt einen belebten Campingplatz gegenüber dem Bahnhof. Von der Mettnauspitze nach Markelfingen können etwa 6,5 Kilometer eingeplant werden.

Oybin

Der Kurort Oybin befindet sich in Sachsen, im Zittauer Gebirge, dem kleinsten Mittelgebirge Deutschlands. Zwei Kilometer weiter verläuft die Grenze zu Tschechien, und auch Polen ist nicht weit. Von Dresden beträgt die Entfernung etwa 120 Kilometer, die Fahrtdauer ungefähr zwei Stunden. Wer nicht mit dem eigenen Auto anreisen will, kann vom Dresdner Hauptbahnhof bequem die Regionalbahn bis Zittau nehmen und dort auf die Zittauer Schmalspurbahn umsteigen. Sie bummelt gemütlich in einer dreiviertel Stunde nach Oybin und wird zumeist von Dampfloks gezogen. Zum Gemeindegebiet gehören noch die Siedlung Hain direkt an der Grenze und der Luftkurort Lückendorf.

Bahnhof Oybin

Oybin liegt am Fuße des gleichnamigen Berges, einem Felsenmassiv, auf dem eine Burg- und Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert steht. Im Ort finden sich einige der für die Oberlausitz so typischen Umgebindehäuser. Den Gast erwarten eine gute Anzahl Hotels, Pensionen und private Zimmervermieter. In gepflegten Gaststätten und Cafés kann man es sich wohl schmecken lassen. In der Hauptstraße befindet sich das Haus der Gastes. Hier und da kann man sich ein Souvenir kaufen oder in den Geschäften stöbern. Von der barocken Kirche führt ein Weg zum Burgtor hinauf. Dabei sollte man den Besuch der Felsenschlucht nicht verpassen. An deren Eingang verzaubert ein magischer Platz den Besucher, der mit einer Steinpyramide und einem Denkmal für die Kriegsopfer geschmückt ist.

Berg Oybin (514 Meter ü. NN.)

Ganz oben erstrahlt die mittelalterliche Festung in neuem Glanz. Bei der Sanierung in den 1990er Jahren wurde hier viel Geld investiert. Auf alten Mauern wurde ein neues verglastes Gebäude für den Kassenbereich gebaut. In einem Museum, das sich in der Klosteranlage befindet, können Fundstücke und Dokumente besichtigt werden. Zur Veranschaulichung sind alle Ausstellungsstücke textlich dargestellt. Vom Friedhof, auf dem noch immer Menschen beerdigt werden, hat man das Zittauer Gebirge gut im Blick.

Burg- und Klosteranlage

Nachdem man den Aufstieg zur Camera Obscura geschafft hat, kann man im Café einen Moment entspannen. Anschließend empfiehlt sich noch der Rundweg um den Gipfel, der mit herrlichen Aussichten auf Ort und Gebirge sowie interessanten Felsformationen belohnt. Wieder unten angekommen, sollte man noch die prachtvolle Dorfkirche besuchen, deren Sitzbänke wie in einem Hörsaal terrassenartig angeordnet sind. Im Frühjahr und Herbst finden gleich gegenüber auf der Naturbühne die Ritterspiele Oybin statt.

Die barocke Bergkirche

Bekannte Berge sind der Ameisenberg (581 Meter ü. NN.), der gegenüber liegende Töpfer (582 Meter ü. NN.) und der Hochwald (749 Meter ü. NN.) an der tschechischen Grenze, auf dem auch ein Aussichtsturm steht. Auf beiden letzteren sind die sogenannten Bauden zu finden. Die Gegend ist wie gemacht für längere Wandertouren. Unweit liegen der Kurort Jonsdorf und Waltersdorf mit einem Volkskunde- und Mühlenmuseum. Für Städtebesichtigungen empfiehlt sich Zittau (12 Kilometer) mit seiner gut erhaltenen Altstadt und dem Olbersdorfer See und natürlich Görlitz (44 Kilometer).

Oybin mit Scharfenstein und Brandhöhe

Die deutsch-polnische Doppelstadt an der Neiße hält viele Entdeckungen bereit. Dazu gehören die gut sanierten Gründerzeithäuser wie auch die Altstadt, die sowohl Prachtbauten als auch Bürgerhäuser, Türme, Tore und Kirchen aufzuweisen hat. Von der gegenüber liegenden Stadt Zgorzelec lohnt sich nicht nur der Blick auf die Görlitzer Stadtsilhouette, sondern auch der Besuch der Oberlausitzer Ruhmeshalle (heute Dom Kultury), der architektonisch dem Reichstag in Berlin nachempfunden ist.

Blick von der Klosteranlage Richtung Zittau

Kursdorf

Im Zentrum der Welt – und doch verlassen

Kursdorf gehört zur Stadt Schkeuditz und liegt im Landkreis Nordsachsen. Der Ort ist der einzige, der sich komplett in einem Flughafengelände befindet. Rundherum wird er von der Autobahn A 14, der DB-Fernverkehrsstrecke mit Bahnhof und dem Leipzig/Halle Airport begrenzt.

Kursdorfer Ring, Dezember 2008

Schon seit 1927 gibt es einen Flughafen an dieser Stelle. Während der DDR-Zeit hielt sich der Betrieb in Grenzen. Doch nach der Wiedervereinigung stieg das Fluggastaufkommen, das gesamte Gelände wurde grundlegend umgebaut, neue Terminals entstanden, und im Jahre 2000 wurde nördlich der Autobahn eine Start- und Landebahn für größere Flugzeuge eingeweiht. Schließlich eröffnete das Frachtunternehmen DHL 2008 hier einen internationalen Umschlagplatz, was für den Flughafen mehr Investitionen, aber auch mehr Verkehr bedeutete.

Dorfteich mit Kirche und Schule im Hintergrund, Dezember 2008

Zu diesem Zeitpunkt waren aus dem einst mehrere hundert Einwohner zählenden Dorf schon viele weggezogen. Ständiger Lärm durch die Flugzeuge, verbunden mit dem Geruch von Kerosin in der Luft zählen nicht zu den Aspekten, die die Wohnqualität erhöhen. Verschiedentlich wurde in der Presse, Funk und Fernsehen über das Schicksal des Dorfes berichtet. Auch die Menschen, die hier lebten, meldeten sich zu Wort. Denn sie waren nicht die einzigen, die sich über den Fluglärm beschweren. Initiativen und Stimmen gegen das hohe Verkehrsaufkommen und für ein Nachtflugverbot gibt es aus dem benachbarten Leipzig und weiteren Umlandgemeinden.

Mittelalterliche Kirche mit Friedhof, Dezember 2010

Dabei war Kursdorf früher durchaus ein idyllischer Ort. Vom Flughafen fährt man auf der Glesiener Straße hinein. Gleich am Anfang sieht man den Dorfteich, der von hochgewachsenen Bäumen umgeben ist. Dahinter steht die evangelische Kirche, deren Ursprünge im Mittelalter liegen. Sie zählt zu den ältesten Gotteshäusern im Land und wurde im Jahr 1310 aus Feldsteinen erbaut. Darauf weist eine Jahreszahl am Gebäude hin. Die zweite Jahreszahl erinnert an eine Erneuerung im Jahre 1354. Neben der Kirche befinden sich ein Kriegerdenkmal und der Dorffriedhof. Die Gräber wurden in der Zwischenzeit exhumiert. Erst im Jahre 2001 wurde die Kursdorfer Kirche restauriert. Aufgrund des Wegzuges vieler Bewohner wurden Konzepte zur alternativen Nutzung entwickelt. Gottesdienste finden in der Kirche noch gelegentlich statt.

Kursdorfer Ring, Dezember 2010

Gegenüber befindet sich der Schulplatz. Über den Kursdorfer Ring lässt sich der Ort weiter erkunden. In einer Seitenstraße gab es die „Freiwillige Feuerwehr Cursdorf, gegr. 1933“. Es hatte eine intakte Infrastruktur mit Geschäften, Kleingartenverein, einer Gärtnerei, Bushaltestelle und allem was dazu gehört. Am Ende des Rings lag der romantisch-verträumte Dorfkern. Schräg gegenüber dann der Angerteich, der die Bewohner vergangener Jahrhunderte sicherlich hilfreich mit Wasser versorgte. Gleich dahinter kann man heute die Flugzeuge vorbeirollen sehen, und man blickt genau auf einen Flughafentower. Hier stand den einheimischen Freizeitkickern ein Sportplatz zur Verfügung.

Rollbahn hinter dem Sportplatz, Dezember 2008

Spaziert man nun am Angerteich vorbei wieder zum Ring und vor zur Freirodaer Straße, hat man den Ort schon fast verlassen. Auf der einen Seite hat sich bis heute noch eine Gärtnerei gehalten. Auf der anderen Seite beginnt eine Baumreihe, dahinter steht das Ortsschild und nach einer kurzen Strecke trifft man auf die Flughafenallee. Zwischen der Freirodaer Straße und der Lärmwand vom Flughafen liegt eine Kleingartenanlage. Diese trägt den passenden Namen „Erholung an der Rollbahn GbR“, wie man ihn auf einem Schild am Eingang ablesen kann. Rund um den Schkeuditzer Weg wurden die Häuser schon abgerissen.

Glesiener Straße, Dezember 2008

Zum Jahreswechsel 2010/11 hatte sich Kursdorf sehr verändert. Einige Gebäude werden als Hotel, Lager oder Werkstatt genutzt. An anderen Stellen wurden ganze Straßenzüge abgerissen oder man sah den Häusern an, dass ihnen bald dieses Schicksal blüht. Immer noch schön ist die alte Dorfpartie mit dem Teich rund um die Kirche. Auf jeden Fall wäre es zu begrüßen, wenn dieses Idyll erhalten bliebe. Erfreulich auch, dass es noch eine Gärtnerei gibt, die den Ort belebt.

Freirodaer Straße mit Gärtnerei, Dezember 2010

Teilweise erweckte ein Spaziergang durch den Ort den Eindruck, irgendwo auf dem Land zu sein. Doch dann lassen einen wieder die Geräusche der Flugzeuge aufhorchen, der Geruch von Kerosin liegt in der Luft, und vom anderen Ende kommt ein leises Rauschen von der Autobahn her. Es ist schwer einzuschätzen, wie es ist, hier zu wohnen. Früher muss es mal sehr schön gewesen sein, und es ist sehr schade, wenn jetzt alles aufgegeben wird. Das Schicksal von Kursdorf und seinen Bewohnern sollte weiterhin mit großem Interesse verfolgt werden.

Alte Schule, Dezember 2010

Leipzig, Übersicht vom Fockeberg

Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen
Für dieses gute Panorama kann man in der Südvorstadt den Fockeberg besteigen. Er entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus einem Trümmerhaufen. Verschiedene Wege führen auf die Kuppe. Darüber hinaus sieht man das Völkerschlachtdenkmal und die Umgebung von Leipzig.
August 2010

Leipzig-Probstheida, Russenstraße

Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen
Ein Stadtteil, der früher über eine eigene Pfarrei verfügte und deshalb eine große Bedeutung für die umliegenden Orte hatte. Entlang der Russenstraße befinden sich die Kirche und der historische Kern. April 2010

Leipzig, Palmengarten

Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen
Der Palmengarten befindet sich am Ende der Jahnallee und ist eine Fortsetzung des Clara-Zetkin-Parks. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts soll es hier exotische Pflanzen gegeben haben, dann geriet er in Vergessenheit. Für schöne Spaziergänge ist der Park dennoch geeignet. Juli 2010

Leipzig, Reformierte Kirche

Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen
Das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Gotteshaus am Tröndlinring ist eines der bedeutendsten der Stadt. Früher war der evangelisch-reformierte Glaube weit verbreitet und existierte neben dem heute vorherrschenden lutherischen Bekenntnis. Zum anderen gab es auch Flüchtlinge aus Frankreich, die sich zur reformierten Kirche bekannten. November 2010

Leipzig, Blick auf das City-Hochhaus

Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen
Zwischen der hier zu sehenden Goethestraße und dem Georgiring befindet sich noch ein kleiner Park. Juli 2010

Leipzig, Messehochhaus

Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen
Tritt der Besucher aus dem Hauptbahnhof, sieht er zu linker Seite dieses Gebäude, auf dem sich das charakteristische Symbol der Leipziger Messe befindet. Juli 2010

Leipzig, Sachsenbank

Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen
In der Nähe des WestIn Hotels setzt die Sachsenbank einen weiteren Akzent im städtischen Gepräge. November 2010

Leipzig, Museum der Bildenden Künste

Leipzig, Stadt Leipzig, Sachsen
Ein moderner Bau für die berühmten Gemälde und Skulpturen, nur einen kurzen Fußmarsch vom Hauptbahnhof entfernt in der Katharinenstraße. November 2010

Nürnberg, Henkersteg

Nürnberg, Stadt Nürnberg, Bayern
Ein Muss für jeden Besucher: Der Gang über den Henkersteg und der Blick auf die malerischen Häuser an der Pegnitz. September 2010

Nürnberg, Fresko in der Sebalduskirche

Nürnberg, Stadt Nürnberg, Bayern
Aus einer Zeit, als die Stadt in voller Blüte erstrahlte und einfach nur schön: Ein mittelalterliches Fresko. September 2010

Nürnberg, Sebalduskirche

Nürnberg, Stadt Nürnberg, Bayern
Das Besondere an dieser zweiten evangelischen Stadtkirche - neben der Lorenzkirche - sind ihre steinernen Bildnisplatten an der Außenwand und die sakralen Schätze im Innenraum. Man findet sie am Rathausplatz, vom Albrecht-Dürer-Haus und der Burg führen die Straßen direkt auf sie zu. September 2010

Nürnberg, Albrecht-Dürer-Haus

Nürnberg, Stadt Nürnberg, Bayern
Unterhalb der Burg, an der Stadtmauer gelegen, kann man das Dürerhaus besichtigen. Es stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Hier wohnte der berühmte Künstler, von dem Kreationen wie der Feldhase stammen. Heute ist in den Räumen ein Museum untergebracht.
September 2010

Nürnberg, Blick von der Burg

Nürnberg, Stadt Nürnberg, Bayern
Das beste und kostenlose Panorama hat man von der Aussichtsterrasse der Burg. Nicht nur die Altstadt wie hier mit den Türmen der Sebalduskirche, auch die Außenbezirke sind gut zu sehen. September 2010

Nürnberg, Kaiserburg

Nürnberg, Stadt Nürnberg, Bayern
Sie ist das Wahrzeichen und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen der ehemaligen Reichsstadt. Ihre Architektur begeistert Jahr für Jahr Millionen von Besuchern und wurde zum Vorbild für viele nachfolgende Bauten. September 2010
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