Schwarzwald

Geografie

Der Schwarzwald liegt im Südwesten Baden-Württembergs und ist ein Mittelgebirge, das großflächig mit dichten Nadelwäldern bewachsen ist. Von Norden nach Süden beträgt seine Ausdehnung rund 150 Kilometer, von West nach Ost rund 50 Kilometer. Der höchste Gipfel ist mit 1.493 Metern ü. NN. der Feldberg im Südschwarzwald. Hier kommen auch die meisten Tausenderberge wie der Kandel, Schauinsland oder Belchen vor. Im Nordschwarzwald ist die Hornisgrinde mit 1.164 Metern ü. NN. die höchste Erhebung. In der Eiszeit wurde das Gebirge von einem Gletscher überzogen, der die Landmassen bewegte und Felsen rundschliff.

Am Kandel bei Waldkirch

Geschichte - Frühzeit

Den Namen erhielt der Schwarzwald schon von den Römern, die bei ihrer Eroberung von Germanien auch in diese Gefilde vordrangen. Für sie erschien das Waldgebiet aufgrund seiner Größe als bedrohlich, angsteinflößend. Um Christi Geburt lebten wohl nur sehr wenige Menschen im heutigen Schwarzwald. Es handelte sich um Kelten, die nachgewiesenermaßen auch Bergbau und Tauschhandel mit anderen Völkern betrieben. Später kamen Alemannen in die Gegend. Doch auch in den Zeiten, als überall Dörfer und Städte gegründet wurden, blieb die Erschließung des Schwarzwaldes verhalten.

Küssaburg bei Waldshut-Tiengen

Geschichte – Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert

Nach wie vor waren es nur wenige Menschen, die in den abgelegenen Tälern und an Bergrändern von einer ärmlichen Landwirtschaft leben wollten. Beliebter waren stets die fruchtbaren Gegenden im Rheintal, das westlich an den Schwarzwald grenzt. Hier herrscht stets ein gutes Klima, das von der geografischen Lage und den Winden begünstigt wird. Größere Städte wie Karlsruhe, Pforzheim, Straßburg und Freiburg entwickelten sich an den Randlagen. Ansiedlungen im Schwarzwald mussten besonders gefördert werden. So entstand auch Freudenstadt zu Beginn des 17. Jahrhunderts, das als Residenzstadt angelegt worden war. Territoriale Interessen teilten den Schwarzwald in einen badischen und württembergischen Teil. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert bot eine neue Chance, betraf aber nur die Orte am Rande des Schwarzwaldes.

Marktplatz in Freudenstadt

Touristische Ambitionen

Der große Aufschwung kam durch den Tourismus, der mit dem Bau von Eisenbahnstrecken Einzug hielt. Generationen von Deutschen verbrachten hier ihre Ferien. Und auch Urlauber aus dem benachbarten Ausland wie Frankreich und der Schweiz, aber auch aus den USA und Japan genießen die wohltuende Ruhe und Gemütlichkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten viele Schwarzwaldorte, dem steigenden Bedarf an Betten Rechnung zu tragen. Dabei wurde auf naturverträgliche Belange keine Rücksicht genommen. Nicht selten wurden hässliche Betonklötze hochgezogen, die keinen Bezug zur ursprünglichen Bebauung hatten. Doch bald erkannte man den Fehler und reduzierte die Zahl der Stockwerke. Ab den Achtzigerjahren findet man wieder harmonische Apartmentanlagen und Ferienhäuser, die Mensch und Natur in Einklang bringen.

Vogtsbauernhof bei Gutach

Typisch Schwarzwald

Wer den Namen Schwarzwald hört, denkt an mehrere Markenzeichen: Etwa das typische Schwarzwaldhaus, ein monatelang eingeschneites Bauerngehöft mit Walmdach und Schindelverkleidung. Prächtige Exemplare kann man sich im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof bei Gutach anschauen. Oder die originale Kuckucksuhr, die noch heute von manchen Betrieben in Handarbeit hergestellt wird. Dann der traditionelle Bollenhut und die Schwarzwälder Tracht. Souvenirs kann man in den Touristenorten so einige kaufen. Die geschäftige Seestraße in Titisee ist ein Beispiel für alles, was man als Konsumfreudiger für seine Lieben kaufen kann. Da gibt es Mitbringsel, die zwar nach Schwarzwald aussehen, aber doch recht preiswert am Ende der Welt produziert wurden. Wer natürlich lieber ein einheimisches Produkt bevorzugt, kann das ebenso finden wie die schnelle Küche oder die gute Gastronomie.

Seestraße in Titisee

Gelegentlich sollte man sich vorher informieren, wenn man einen Ausflugsort besucht. Gute Qualität muss nicht teuer sein. Es gibt stark frequentierte Plätze wie im Südschwarzwald, wo Busse ganze Ladungen von Gästen absetzen und wo man dementsprechend Abstriche machen muss. Aber die Mehrheit aller Orte hat sich mittlerweile auf den sanften Tourismus umgestellt. Da findet man gute Gaststätten und erstklassige Ausflugsziele, kauft typische Souvenirs zu realistischen Preisen und wird stets freundlich behandelt.

Falkensteinfelsen mit Therme in Bad Herrenalb

Natur erleben

Manch einer mag auch an den Spruch denken: „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“. Die Breg entspringt in der Nähe von Furtwangen an der Martinskapelle und wird oft als Ursprung der Donau bezeichnet, denn diese Quelle ist die mündungsfernste und am höchsten gelegene. Von hier bis ins Schwarze Meer sind es 2888 Kilometer. Das Wasser speist den sogenannten Quelltopf im Schlosspark von Donaueschingen und fließt weiter durch die Felsen der Schwäbischen Alb.

Wandern ist im Schwarzwald ein allseits beliebter Sport. Daneben gibt es für gut Trainierte natürlich auch die Möglichkeit, die Landschaft mit dem Rad oder per Mountainbike zu entdecken. An Bergen wie dem Kandel über Waldkirch starten an schönen Tagen immer die Gleitschirmflieger. An Titisee, Schluchsee und der Nagoldtalsperre bestehen Badegelegenheiten. Und im Winter, wenn der Schnee da ist, werden die Hänge zum Paradies für die Skitouristen und Familien, die mit ihren Kindern rodeln.

Am Schluchsee

Verkehr im Schwarzwald

Der Schwarzwald ist ein ideales Ziel für Menschen, die nach Ruhe und Erholung für ein paar Tage suchen. Rundum wird er von Autobahnen umschlossen. Das sind die A 5 Frankfurt-Basel, die A 8 Karlsruhe-Stuttgart-München und die A 81 Stuttgart-Singen. Zugegebenermaßen, an sonnigen Ferientagen und den Wochenenden ist hier viel los. Die Bundesstraßen werden gut befahren und aufgrund der zahlreichen Kurven auch gerne von Motorradfahrern in Anspruch genommen. Eine davon ist die Schwarzwaldhochstraße, Teil der B 500, die von Baden-Baden nach Freudenstadt führt. Wenn nicht gerade Winter ist, können auch Nebenstraßen sehr reizvoll sein. Für Radfahrer und Wanderer empfiehlt sich der Kauf einer Karte, wie sie vom Landesamt Baden-Württemberg und dem Kompass Verlag angeboten werden. Hier sind neben allen Straßen und Wegen auch Freizeittipps eingetragen.

Am Lachenhäusle bei Furtwangen

Ruhiger unterwegs mit der Bahn

Nach wie vor gibt es auch etliche Orte, die mit der Bahn erreichbar sind. Eine besonders lohnende Strecke ist die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Singen. Sie überwindet einen Höhenunterschied von mehreren hundert Metern und passiert dabei zahlreiche Tunnels. Darüber hinaus ist die Trasse sehr kurvenreich und lässt schöne Aussichten auf die Landschaft zu. Freudenstadt mit seinem großen Marktplatz und der einzigartigen Umgebung ist direkt von Karlsruhe und Stuttgart her erreichbar.

Gengenbach

Gerade im Südschwarzwald gibt es noch eine Reihe an Strecken, die nicht nur Bahnfans begeistern. Von Freiburg im Breisgau kommt man ganz bequem über den Titisee nach Seebrugg am Schluchsee. Im äußersten Südwesten fährt die SBB von Basel über Lörrach nach Zell im Wiesental. So kann man geruhsam anreisen und gleich auf Schusters Rappen zu einer Tour starten.