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Reutlingen

Tor zur Schwäbischen Alb

Reutlingen liegt ca. 40 km südlich der Landeshauptstadt Stuttgart und hat 110.000 Einwohner. Es stellt die Einkaufsstadt der Region Neckar-Alb und die meisten Arbeitsplätze zwischen Stuttgart und dem Bodensee. In der Fußgängerzone rund um die Wilhelmstraße und Katharinenstraße kann man herrlich bummeln, es steht ein breites Parkplatzangebot zur Verfügung.

Nicht weit entfernt ist die Schwäbische Alb. Der Hausberg von Reutlingen ist die Achalm (707 m ü.NN.) mit einer wechselvollen Geschichte. Reutlingen geht auf eine alte alemannische Siedlung vermutlich aus dem 5.Jh.n.Chr. zurück, die sich beim Friedhof Unter den Linden und der Pfarrkirche St.Peter in den Weiden befand. 1030 wurde mit dem Bau der Burg Achalm durch Graf Egino begonnen. 1089 wird Reutlingen erstmals im Bempflinger Vertrag erwähnt. Eginos Bruder, Graf Rudolf, stellt die Burg fertig.

Katharinenstraße mit Tübinger Tor

Geschichtliches

1098 sterben die Achalmgrafen im Mannesstamm aus, doch bleibt die Burg weiterhin in Nutzung eingeschlossen der damit verbundenen Herrschaftsrechte. Um 1180 bekommt Reutlingen das Marktrecht durch den Stauferkönig Friedrich Barbarossa und zwischen 1220 und 1240 wird Reutlingen durch Friedrich II. zur Stadt erhoben und mit einer Befestigung ausgestattet, die heute nur noch am südlichen Ende der Wilhelmstraße und in Form des Tübinger Tors und Gartentors erhalten ist.

1262 wird Reutlingen durch den letzten Hohenstaufer Konradin an Württemberg verpfändet, 1343 tritt die erste reichsstädtische Verfassung in Kraft, 1377 findet die Schlacht bei Reutlingen statt. Reutlingen dehnt sein Herrschaftsgebiet im 15. Jahrhundert auf einige Dörfer wie Wannweil, Ohmenhausen und Stockach aus.

Blick von der Achalm auf die Reutlinger Innenstadt

Unter dem Einfluss des Prediger Matthäus Alber (1495-1570) greift in Reutlingen früh die Reformation um sich. 1726 wird Reutlingen durch einen verheerenden Stadtbrand betroffen, der vier Fünftel des Gebäudebestandes vernichtet und 1200 Familien obdachlos macht. 1806 kommt Reutlingen erneut an Württemberg und wird 1818 Sitz des Schwarzwaldkreises.Durch die Industrialisierung entstehen in Reutlingen viele große Fabriken, die Eisenbahnanbindung wird durch den Ökonomen Friedrich List realisiert und die Stadt wird in der 2.Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeichnend als "Stadt der Millionäre" tituliert. 1907 wird Betzingen als erster Stadtteil eingemeindet, 1939 Sondelfingen. Schwer zerstört durch den 2. Weltkrieg, folgt kurz danach der Wiederaufbau, der teils originalgetreu, sich oft auch auf moderne Art gestaltet. Viele Flüchtlinge prägen Reutlingen in dieser Zeit, und Wohnraum muss geschaffen werden. 1949 kommt mit Ohmenhausen ein dritter Stadtteil hinzu. Im Zuge des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs nimmt die Bevölkerung stetig zu, auch durch die Eingemeindung 9 weiterer Orte von 1971 bis 1975.

Marktplatz mit Maximiliansbrunnen und Spital

Reutlingen aus heutiger Sicht

1988 wird die 100.000er Grenze zur Großstadt überschritten. Heute bietet Reutlingen über 50.000 Arbeitsplätze, täglich pendeln tausende Menschen aus dem Umland zur Arbeit in die Stadt oder in die Industriegebiete, namhafte Firmen wie Bosch stellen hier die Arbeitgeber. Als Einkaufsstadt hat Reutlingen überregionale Bedeutung. Kaufhäuser, Einzelhandelsgeschäfte und Discounter sind in Reutlingen zahlreich vertreten, aber auch Fachgeschäfte bekannter Marken für den Handwerker-, Gartenbau- und Spezialbedarf. Nicht zuletzt macht sich Reutlingen einen Namen als Möbelstadt, gibt es hier, gemessen an der Einwohnerzahl, doch überdurchschnittlich viele Möbelhäuser mit riesiger Auswahl. Viele Einkaufsmöglichkeiten mit Parkplatzangebot außerhalb der Stadt bietet das Industriegebiet Mark West, das auch von Tübingen aus gut zu erreichen ist. Es ist das Areal der Zukunft für Reutlingen, und wird stetig ausgebaut.

Die obere Wilhelmstraße

Sehenswürdigkeiten in Reutlingen

Reutlingen erlebt man am Besten mit einem ausführlichen Stadtrundgang. Was prägt die alte Reichsstadt mehr als seine Wilhelmstraße ? Eine lange Straße mit vielen Geschäften, die als Fußgängerzone ausgewiesen ist. Vom unteren zum oberen Ende läuft man etwa 800 Meter. Dazwischen zweigen viele Nebenstraßen in den Rest der sehenswerten Altstadt ab. Die bekannteste von ihnen ist die Katharinenstraße, die zum Tübinger Tor führt, einem von 2 erhaltenen Toren der ehemaligen Stadtbefestigung.

Marienkirche Reutlingen

Im oberen Teil der Wilhelmstraße zu finden ist die Marienkirche, neben der Achalm das Wahrzeichen der Stadt. Im unteren Teil steht die Nikolaikirche, inzwischen als Veranstaltungsort umgebaut. Im Heimatmuseum in einem ehemaligen Kloster wird man über Kultur und Brauchtum aus 1.000 Jahren informiert. Daneben zu finden ist das Spendhaus, größtes, mehrgeschossiges Fachwerkhaus und heute Kunstmuseum. Sehenswerte Stadtmaueranlagen befinden sich ebenso am oberen Ende der Altstadt (Südstadt) wie der Eisturm und die inzwischen schmalste Gasse der Welt, die Spreuerhofgasse. An der breitesten Stelle 40 cm breit, an der schmalsten jedoch nur 31 cm, kann sie nur von relativ schlanken Menschen durchwandert werden.

Am Weibermarkt

Geradewegs an der Stelle, an der man aus dieser Gasse heraus die Mauerstraße betritt, geht man ein paar Meter weiter und kommt in die Gartenstraße. Hier beginnt eine architektonische Sehenswürdigkeit für Freunde des Jugendstils. Die Oststadt entlang Garten-, Kaiser-, Bismarck- und Charlottenstraße wurde um 1900 planmäßig angelegt und bietet viele klassische Stadtvillen und grüne Ecken zum Erholen. Die Planie ist eine Allee, die zu dem 1902 angelegten Stadtgarten mit Ententeich führt. An der anderen Seite der Altstadt findet sich als Grünanlage der Volkspark mit Pomologie, wo einstmals die Landesgartenschau stattfand. Es gibt hier auch ein Exotarium mit Tierarten aus fremden Ländern.

Gründerzeitviertel Oststadt
Blick auf das Landratsamt

Weiteres Sehenswertes innerhalb von Reutlingen

Über die Altstadt verteilt gibt es eine Anzahl von Brunnen. Um hier nur einige zu nennen, die ältesten sind hier der Lindenbrunnen, erbaut 1544 als Ziehbrunnen, der Kirchbrunnen von 1561 mit dem Denkmal des Stauferkaisers Friedrich II. und der Marktbrunnen von 1570 mit der Ritterskulptur Kaiser Maximilians II. Moderne Brunnen sind der Gerber- und Färberbrunnen von 1921, an dem die hiesigen Lehrlinge des Handwerks getauft werden, und der Gartentorbrunnen aus dem Jahre 1931 als Ersatz für den Vorgänger von 1590. Im Garten des Heimatmuseums finden sich historische Bildhauereien. Desweiteren lohnt sich der Besuch in der Städtischen Galerie, dem Kunstmuseum und dem Naturkundemuseum, die jeweils auf mehreren Stockwerken mit Preziosen aus unterschiedlicher Zeit aufwarten. Für Wanderfreunde empfiehlt sich ein Ausflug auf die 707 Meter hohe Achalm mit Höhenrestaurant und Burgruine oder den 602 Meter hohen Georgenberg mit Aussichtsplattform.

Blick vom Georgenberg auf die Achalm,
den Hausberg von Reutlingen


Eine architektonische Mustersiedlung

Der Fabrikant Louis Gminder ließ oberhalb der Heppstraße von 1903 bis 1923 eine Siedlung im Stil der damaligen Zeit erbauen. Sie war für seine außerhalb angeworbenen Arbeiter gedacht. Die Lage am Stadtrand zwischen Reutlingen und Betzingen war optimal, denn in harmonischer Weise gelang es, die beiden Orte zu verbinden und die Beschäftigten zugleich in der Nähe der Fabrik unterzubringen.

Zu der Infrastruktur der Siedlung gehörte nicht nur das bis heute bestehende Wirtshaus mit Biergarten, sondern auch ein Kaufhaus, ein Kinderhort und ein Heim für die Rentner. Es entstanden Wohnhäuser mit Giebeln und Gauben, mit Fachwerk und getüncht, und vielfach mit kleinen Gärten, in denen sich die Arbeiter ihr Gemüse selbst ziehen und Kleintierzucht betreiben konnten.

Arbeiterwohnhäuser im Gmindersdorf

Die Siedlung zeichnet sich zudem durch ihre ruhige Lage und viel Begrünung aus und ist als Ausflugsziel für Architekturfans geeignet. Am Nordrand oberhalb der Siedlung befindet sich mit dem Altenhof ein halbrunder Komplex. Dieser besteht aus einem zentralen Gebäude mit barockem Giebel, kleineren Wohntrakten in Verbundbauweise und zwei integrierten Durchgängen. Besonders schön ist auch der Innenhof beim Kinderhort. Die Gebäude wurden in den letzten Jahren restauriert und zu einem beliebten Wohnort für junge Familien.

Der Altenhof mit barockem Giebel

Tipps & Trends


Im Sommer eignet sich das Freibad Markwasen für eine nasse Abkühlung. Es verfügt über ein Becken für alle Schwimmarten, Wellenbad und Ausstattung bis hin zum 10-Meter-Sprungbrett. Zur kalten Saison bietet das Achalmbad ein großes Schwimmbecken, Kinderplanschbecken, eine finnische Sauna und ein römisches Dampfbad. Außerdem ist ein Bereich mit Fitnessgeräten vorhanden. In der Nachbarstadt Pfullingen gibt es einen ausgeschilderten Rundgang durch die Geschichte, der unter anderem zu Fachwerkhäusern, Kirchen und entlang des auch für Reutlingen wichtigen Flüsschen Echaz führt. In Metzingen befinden sich zahlreiche Factory Outlets, Fabrikverkäufe namhafter Markenhersteller und Designer. Auf die nahegelegene Schwäbische Alb verlaufen von Reutlingen aus viele Verkehrsverbindungen. Die Busse fahren meist direkt dorthin oder sogar weiter bis nach Oberschwaben und ins Allgäu. Es gibt auch eine Direktverbindung ins Elsass nach Straßburg.

Planie mit Hermann-Kurz-Denkmal

Übernachtungsmöglichkeiten

Das City Fortuna Hotel in Reutlingen ist gut geeignet für Geschäftsleute. Es liegt direkt im Herzen der Stadt und ist somit ein guter Ausgangspunkt für Beschäftigungen im Zentrum Reutlingens. Das Konferenzzentrum des Hotels ist mit allen modernen Techniken ausgestattet und lässt keine Wünsche offen. Zur Entspannung finden Gäste eine Sauna und ein Solarium. Für Reisende, die sowohl in Reutlingen als auch in Tübingen zu tun haben, empfiehlt sich das Hotel Fortuna an der Schnellstraße B 28. Es ist komfortabel ausgestattet und bietet Frühstücksangebote für Langschläfer. Wer es etwas ruhiger haben möchte, und trotzdem die Ansprüche der Innenstadt in Anspruch nehmen will, sollte das Hotel Fürstenhof in der Kaiserpassage wählen. Es liegt in einer reinen Fußgängerzone in der Oststadt, die Altstadt befindet sich trotzdem unmittelbar vor der Haustüre. Die Passage besteht aus neueren, architektonisch anspruchsvollen Gebäuden, in deren Erdgeschoss sich meist Geschäfte und Lokale befinden. Darüber hinaus gibt es einen Springbrunnen, der für Atmosphäre sorgt.

Die Kaiserpassage

Kleinere Unterkünfte gibt es in Reutlingen-Sickenhausen mit dem Landgasthof Adler oder in Reutlingen-Mittelstadt mit dem Hotel Klostermühle. Weitere Möglichkeiten sind private Unterkünfte in der schönen Umgebung der Schwäbischen Alb sowie die Feriendörfer in Sonnenbühl Sonnenmatte, Hayingen und Gomadingen. Auch die Jugendherberge in Sonnenbühl-Erpfingen hat einen guten Ruf. Campingplätze befinden sich in nächster Nähe, in Tübingen das Neckarcamping, Sonnenbühl und Bad Urach.
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