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Dessau

Bauhaus und viel mehr

Dessau liegt zwischen Leipzig und Berlin und ist heute mit seiner Nachbarstadt unter der Bezeichnung Dessau-Roßlau zusammengefasst. Die Stadt hat insgesamt etwa 90.000 Einwohner und wird von der Elbe durchflossen. In der Umgebung befinden sich zahlreiche Grünanlagen wie das Gartenreich Dessau-Wörlitz mit dem Wörlitzer Park. Er wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben und ist einer der größten deutschen Landschaftsparks nach englischem Vorbild.

Lastkahn auf der Elbe bei Ziebigk

Dessau zieht die meisten Besucher magisch an wegen seinem bekanntesten Wahrzeichen: dem Bauhaus. Es wurde 1919 in Weimar gegründet und zog 1925 nach Dessau um. Der Entwurf des Hauptgebäudes stammt von Walter Gropius und wurde 1926 eingeweiht. Hier waren ursprünglich die Büroräume, Ateliers und 28 Wohnungen mit je 20 qm für Angehörige und Studierende der Hochschule untergebracht. 1932 wurde die Schule geschlossen und im Krieg schwer beschädigt. Danach begannen Wiederaufbaumaßnahmen, in deren Verlauf man das Gebäude 1974 unter Denkmalschutz stellte. Nach der Wiedervereinigung dauerten die Sanierungen an, und das Bauhaus wurde zum Weltkulturerbe erklärt. Heute ist hier die Stiftung Bauhaus Dessau beheimatet, die sich insbesondere der Erforschung und Dokumentation widmet. Auch eine Ausstellung zur Stadtgeschichte kann hier besucht werden.

Das berühmte Bauhaus an der Gropiusallee 38 wurde 1925/26 erbaut und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe

Die Meisterhäuser an der Ebertallee stehen im Dessauer Ortsteil Ziebigk an der Straße nach Großkühnau. Sie wurden 1925 / 26 von Walter Gropius im Auftrag der Stadt Dessau erbaut. Es handelt sich um drei Doppelhäuser und ein Einzelhaus, von denen zwei während des Krieges Zerstörungen erlitten. Die denkmalgeschützte Bauhausarchitektur enthält die verschachtelten und kubischen Körper, die der Neuen Moderne zugeschrieben werden. In diesen Gebäuden residierten seit 1926 der Architekt Gropius und die Bauhausmeister László Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer sowie Wassily Kandinsky und Paul Klee. Für die damalige Zeit war es nichts Ungewöhnliches, dass die Erbauer das Haus anschließend auch bewohnten. Seit 1992 wurden die Meisterhäuser umfassend saniert, um sie der Öffentlichkeit in einem originalgetreuen Zustand begehbar zu machen. Heute ist hier ein Museum untergebracht, das auch Kunstausstellungen und Führungen in den Räumen anbietet.

Meisterhäuser in Dessau-Ziebigk

Das Kurt-Weill-Zentrum ist in dem im Bauhausstil erbauten Haus Feininger untergebracht. Hier zu finden ist ein Musikermuseum, ein Informations- und Dokumentationszentrum sowie Archiv, Bibliothek, Mediathek und Organisationsräume für das jährlich stattfindende, internationale Kurt-Weill-Fest Dessau. Kurt Weill wurde am 02. März 1900 in Dessau als Sohn des jüdischen Kantors geboren. Er besuchte hier die Schule und begann ab 1913 mit der Komposition einzelner Musikstücke.

Haus Kandinsky / Klee, Ebertallee 69 / 71

Anschließend studierte er von 1915 bis 1918 bei Albert Bing, dem 1. Kapellmeister des Herzoglichen Hoftheaters zu Dessau und später in Berlin. Weills erste Oper "Der Protagonist" wurde am 27. März 1926 an der Dresdner Staatsoper uraufgeführt. Seit 1927 arbeitete er eng mit Bertolt Brecht zusammen. 1935 immigrierte er mit seiner Frau Lotte Lenya in die USA. Dort feierte er große Broadway-Erfolge, die unter anderem von Hollywood verfilmt wurden. Am 03. April 1950 starb Kurt Weill in New York. Die Gedenkstätte informiert auf Deutsch und Englisch über Leben und Werk des Künstlers. Neben Dokumentationstafeln gibt es hier einen dreißigminütigen Film zu sehen. Anhand von Hörbeispielen kann sich der Besucher eine Vorstellung von Weills Musik machen. Es finden laufend Sonderausstellungen statt.

Siedlung in Dessau-Törten mit Infotafel

Die von 1926 bis 1928 errichtete Siedlung in Dessau-Törten befindet sich rund um die Damaschkestraße. Sie wurde von Walter Gropius für Familien konzipiert, die Wert auf einen modernen und dennoch erschwinglichen Lebensstil legen. In drei Bauabschnitten entstanden insgesamt 314 Gebäude im Bauhausstil. Diese verfügen über 350 bis 400 qm große Gärten für Gemüseanbau und Kleintierhaltung. Die Reihenhäuser haben eine Kubusform und sind zu Doppelhäusern und Gruppen von vier bis zwölf Einheiten zusammengefasst. Da nach Abschluss der Bauarbeiten schon Mängel auftraten, wurden viele Häuser mehrfach verändert. Ab 1992 begann man mit der originalgetreuen Wiederherstellung der Gebäude, in deren Verlauf 1994 eine ausgearbeitete Erhaltungs- und Gestaltungssatzung etabliert wurde.

Der Dessauer Bahnhof von 1952 ist dem Bauhausstil nachempfunden

Außer den hier genannten Komplexen gibt es in Dessau noch zahlreiche weitere Gebäude aus der Bauhauszeit. Genannt seien hier das Städtische Arbeitsamt von Walter Gropius, die Gaststätte Kornhaus, das Stahlhaus, das Haus Fieger, Moses-Mendelssohn-Zentrum, die Laubenganghäuser und das Konsumgebäude. Sie alle entstanden in der großen Zeit dieser Architektur durch heute berühmte Baumeister zwischen 1926 bis 1930. Auf der offiziellen Internetseite www.bauhaus-dessau.de sind sämtliche Informationen und Gebäude im Dessauer Stadtgebiet enthalten.

Dessau besitzt viele moderne Gebäude, manche hässlich, einige auch sehr interessant, wie dieses in der Bahnhofsgegend

Das Stadtzentrum entdecken

Das Dessauer Innenstadt wurde im Krieg zerstört und ist daher heute weitreichend von schmucklosen Plattenbauten geprägt. Nur vereinzelt findet man dazwischen noch Zeugnisse aus alter Zeit. Spürbar ist jedoch, dass versucht wurde, die bestehenden Bauten zu erhalten und die neu hinzugekommenen optisch zu verschönern. Die Altstadt ist nicht groß, verfügt aber über eine Einkaufsstraße und sehenswerte Gründerzeitbauten im Außenbereich. In dieses Gesamtensemble reiht sich ebenso das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte mit einer Ausstellung von Fossilien und steinzeitlichem Tierbestand ein.

Anhaltisches Landestheater

Die Marienkirche ist das altehrwürdige Gotteshaus im Stadtzentrum. Bereits am Gründonnerstag 1534 wurde dort der Beginn der Reformation in Dessau eingeleitet. Martin Luther predigte hinter diesen Mauern. Der Baumeister Ludwig Binder vollendete die Kirche im Jahre 1554. Sie wurde in norddeutscher Backsteingotik erbaut und ist einer der südlichsten Bauten dieses Stiles. Zudem enthält sie Bauelemente der Spätgotik wie auch der Frührenaissance. Erst in den Jahren 1990 bis 1998 wurde die Kirche nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Heute finden hier Ausstellungen und Veranstaltungen statt, unter anderem zur Dessauer Stadt- und Regionalgeschichte. Die Besichtigung ist im Rahmen von Stadtführungen möglich.

Fürst-Leopold-Denkmal vor der Marienkirche

Das Museum für Stadtgeschichte ist seit 1999 im Johannbau, direkt neben der Marienkirche untergebracht. Es handelt sich um den Westflügel des einstigen Residenzschlosses der Fürsten und Herzöge von Anhalt, der als Einziges den Weltkrieg unbeschadet überstand. Er wurde 1530 bis 1533 erbaut und gilt als einer der ältesten und bedeutenden Schlossbauten der Frührenaissance. Seit August 2005 bietet das Museum auf drei Etagen laufende Ausstellungen zur Stadt- und Regionsgeschichte, zum Residenzschloss und Johannbau, Kirche und Reformation, Dessauer Juden, Persönlichkeiten der Stadt, Bauhaus und vieles weitere. Dazu werden Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen angeboten. Das Museum ist behindertengerecht (Barrierefreiheit, halbautomatische Türen, Aufzug, WC).

Das Stadtschloss, auch Johannbau genannt

Georgengarten

Einen Besuch wert ist auch der nördlich des Hauptbahnhofes gelegene Georgengarten. Die weit ausgedehnte Anlage zieht sich bis in die Elbauen. Hier steht das Schloss (Georgenhaus) von 1780, in dem die Anhaltische Gemäldegalerie ihren Sitz hat. Darüber hinaus finden sich noch viele andere architektonische Besonderheiten in dieser Umgebung, wie eine Orangerie, der Ionische Tempel, Nachbildungen von Ruinen, Bögen, Pavillons, Skulpturen und Steinbänke. Das Zentrum bildet der Tierpark mit seinem beeindruckenden Kuppelbau. Diese Gegend eignet sich gleichermaßen für Wanderer, Natur- und Tierfreunde wie für Fotografen, denn es gibt eine Unmenge an Motiven.

Schloss im Georgengarten

Landschaftspark Kühnau

Unweit von Dessau laden die Elbuferbereiche zur Naherholung ein. Der Kühnauer See befindet sich am Rande des zu Dessau-Roßlau gehörenden Dorfes Großkühnau. Er ist Teil eines aus dem Mittelalter stammenden Nebenarmes der Elbe. Um das Gewässer herum führen der Elberadweg, Fürst-Franz-Weg und Wanderwege. Zudem gibt es am Ufer auch ein Naturbad, das in der Saison geöffnet hat. Hinter dem See geht das Gelände in den Landschaftspark Kühnau über, der Teil des Gartenreichs Dessau-Wörlitz und der Route „Gartenträume“ ist.

Rundweg um den Kühnauer See

In ihm steht das klassizistische Weinbergschlösschen von 1818 bis 1820, das von einem italienischen Baumeister errichtet und mit einer Gartenanlage mit Statuen ausgestaltet ist. In der Nähe befinden sich die neuromanische Kirche und das Kühnauer Schloss, welches von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz genutzt wird.

Luisium

Rund fünf Kilometer östlich der Innenstadt liegt der Ort Waldersee. Seine bekannte Sehenswürdigkeit sind Schloss und Parkanlage Luisium. Das Ensemble ist Teil des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs und steht unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes. Fürst Leopold III. von Anhalt-Dessau ließ den Park im 18. Jahrhundert für seine Frau Luise gestalten. Der Besucher spaziert am Schlangenhaus entlang zur Orangerie, deren Außenbereich zur warmen Jahreszeit mit exotischen Bäumchen verziert ist. Um einen Innenhof herum befindet sich eine Gutsanlage mit Gasthaus. Im Park lässt sich eine Ruine im antiken Stil bewundern.

Schloss Luisium

Wege führen zum Schloss, das sich auf einer Anhöhe über dem Flusslauf erhebt. Eine Holzbrücke überspannt das Gewässer und lädt zu einer Sicht auf das Anwesen ein. Im ganzen Park verteilt finden sich hohe Bäume, Skulpturen und weitere Meisterwerke der Architektur.
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