Kochel am See

Die Gemeinde liegt im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und hat über 4000 Einwohner. Von Tutzing fährt eine Regionalbahn entlang des Starnberger Sees und über Penzberg nach Kochel. Der Bahnhof liegt am nördlichen Ortsrand und ist ein idealer Ausgangspunkt für Entdeckungen zu Fuß. Über die Straße kommt man am besten von der A 95 München-Garmisch-Partenkirchen, Abfahrt Murnau / Kochel oder über die B 11 hierher.

Bahnhofstraße

Überblick

Der Ort orientiert sich heute stark am Tourismus und lebt auch von den Tagesausflüglern. Rund um den Schmied-von-Kochel-Platz herrscht geschäftiges Treiben, an ihm steht das gleichnamige Denkmal. Dominant und einprägsam sind die für diese Gegend typischen Häuser im Alpenstil, die teils großflächig mit Wandmalereien verziert sind. An der Ecke zur Schlehdorfer Straße befindet sich in Hinweisschild mit Sehenswürdigkeiten. Über sie gelangt man zum Pfarrer-Hartmann-Weg, wo die Katholische Kirche steht.

Schmied-von-Kochel-Platz

Franz-Marc-Museum

Auf dem Friedhof daneben befindet sich das Grab des Künstlers Franz Marc. Er lebte jahrelang in Kochel im Herzogstandweg 43. Heute ist ihm dort ein Museum gewidmet, das auf mehreren hundert Quadratmetern viele seiner Werke und eine Dokumentation über sein Leben und Schaffen ausstellt. Sein Wohnhaus beherbergt nun ein Restaurant, einen Museumsshop und eine Bibliothek, ferner werden in den Räumlichkeiten auch Veranstaltungen abgehalten.

Katholische Kirche

Kirchen und Kapellen

Ebenfalls am Schmied-von-Kochel-Platz weist ein unscheinbares Schild an einem Gebäude auf den Weg zum Kochelsee hin. Zehn Minuten beträgt die Laufdauer, wenn man gut zu Fuß ist. Nachdem man die Katholische Kirche von der anderen Seite gesehen hat, sollte man den Treppenaufstieg der Straße An der Leiten nicht scheuen. Der Beginn davon ist nicht zu verfehlen, denn hier steht eine schöne alte Kapelle. Direkt sichtbar grüßt oberhalb schon die Evangelische Kirche. Und ist man erstmal angekommen, wird man mit einer guten Aussicht und einem Inrikreuz belohnt. Die Kirche ist jeden Tag geöffnet, und der Besuch ist auf jeden Fall lohnend. Sie ist in ihrem Erscheinungsbild barock und bietet doch einen kleineren Rahmen für die Gottesdienstteilnehmer, prächtig anzuschauen ist sie allemal.

Evangelische Kirche

Georg-von-Vollmar-Akademie

Unten rauschen die Autos auf der Straße entlang. Deshalb läuft man lieber nach oben und kommt zum Schloss Aspenstein. Das alte Gemäuer gehörte früher zum Kloster Benediktbeuern und ist heute eine Akademie für politische Erwachsenenbildung, wo Seminare nach dem Vorbild der sozialen Demokratie angeboten werden. Von hier kann man eine herrliche Aussicht auf den Kochelsee genießen. Wieder die Treppenstufen hinab und über den ursprünglichen Weg, läuft man durch ein Ried, in dem sich die Naturlandschaft mit seltenen Pflanzen und Teichen erhalten hat. Und so erreicht man ihn nun, den Kochelsee.

Blick über den Kochelsee

Entdeckungen am Kochelsee

Die erste Ansicht ist weniger einladend, es ist ein großer Besucherparkplatz. Er wird direkt von der Schlehdorfer Straße her angefahren. An seinem Rande breiten sich im Sommer schon die Massen von Badegästen aus. Ein Uferweg verläuft am Kochelsee bis zum Erlebnisbad Trimini, das an einem Pool jede Menge Spaß für große und kleine Gäste bietet. Der Weg führt hier durch einen Tunnel und auf der anderen Seite ist ein Kiosk, wo sich auch die Spaziergänger mit kleinen Snacks und Eis versorgen können.

Besucherrundweg am Ufer

Mit dem Schiff unterwegs

Immer wieder schön ist der Blick auf den See mit der grandiosen Bergkulisse. Wer ihn lieber vom Wasser aus erleben will, sollte sich einen Ausflug mit der Motorschifffahrt leisten. Die Anlegestelle Kochel ist gleich vor Ort. Die Schiffe fahren von Mai bis Oktober, Anlegestellen sind zum Beispiel bei Altjoch am Südufer oder bei Schlehdorf am Nordwestufer, wo sich ein Ausflug zur Klosterkirche St. Tertulin anbietet. Im Anschluss kann man noch einmal die Sonnenhungrigen auf der Liegewiese sehen, bevor der Uferweg in den Wald hineinführt. Wann immer sich ein freier Blick zum See hin auftut, so ist auch eine Sitzbank vorhanden. Am Südufer des Kochelsees befindet sich das Walchenseekraftwerk, wo das Wasser zwischen den beiden Gewässern hin und her gepumpt wird. Es ist eines der größten in ganz Deutschland und ebenfalls mit dem Schiff über Altjoch zu erreichen.

Anlegestelle der Motorschifffahrt

Freizeittipps

Das Kloster Benediktbeuern befindet sich ganz in der Nähe und kann bei einem Tagesausflug gut und gerne mit auf dem Programm stehen. Im Ort gibt es einen Bahnhof, der fast gegenüber des Klosters liegt. Die sehr gepflegte, barocke Anlage sollte man nicht auslassen, wenn man in der Gegend ist. Ihre Wallfahrtskirche verzaubert alle Sinne und enthält sakrale Schätze wie Gemälde und Skulpturen sowie reiche Gold- und Stuckverzierungen. Gleich dahinter wurde ein schönes Biotop angelegt, in dem sich die heimische Natur mit ihrer Artenvielfalt erleben lässt. Für die Orientierung ist schon Google Maps ganz hilfreich, es gibt auf der Homepage von Kochel auch wirklich gute Wanderkarten zum Ausdrucken. Sie sind unter dem Link Freizeitangebote > Wandern & Berge, links in der Leiste auffindbar.

Kloster Benediktbeuern

Gesamteindruck

Ein mehrtägiger Übernachtungsaufenthalt kann recht reizvoll sein. Leider ist ein Störfaktor der viele Verkehr, der sich durch den ganzen Ort zieht. Kochel heißt zwar „am See“, liegt aber nicht direkt „am See“, was man bei seinen Planungen mit einkalkulieren sollte. Optimal ist, wenn man ein Auto dabei hat. Doch es gibt ja auch noch die Bahn und Busse. Und natürlich kann man in der Umgebung auch toll wandern gehen. Die Wege zum Ufer und zu den Bade- und Liegestellen sind nicht überall ausgeschildert, für Ortsunkundige kann das manchmal verwirrend sein.

Haus in der Hanersimmergasse

In Kochel sollte man kein volles Programm erwarten. Es ist vielmehr ein idealer Ausgangspunkt für Touren in die bayerischen Alpen, zum Walchensee, Karwendel, Staffelsee, nach Garmisch oder auf die Zugspitze. Ein Tagesauflug nach Kochel ist ohne jeden Einwand zu empfehlen. Und nur nicht hetzen, es gibt hier wirklich nette Gaststätten und Eiscafés.

Hannoversch Münden

Ein geschichtsträchtiger Ort am Beginn des Weserberglandes – das ist Hannoversch Münden. Die Stadt hat rund 25.000 Einwohner und liegt im südlichen Niedersachsen an der Grenze zu Hessen. Die offizielle Schreibweise lautet heute Hann. Münden. Schon im Mittelalter waren die Bürger sehr wohlhabend und trieben Handel mit den Menschen benachbarter Regionen.

Blick von der Tillyschanze auf die Altstadt

Die Altstadt ist nicht allzu groß, enthält aber einen wertvollen Bestand an hunderten Fachwerkhäusern unterschiedlicher Stile. Die meisten davon sind sorgsam restauriert. Wenn ein Bewohner von Münden früher ein neues Haus baute, war es üblich, darauf einen frommen Spruch oder sogar seinen Namen anzubringen. Einige der Sprüche sind heute noch zu lesen. In den schmalen Straßen, die zur Fußgängerzone ausgebaut sind, herrscht eine gemütliche Atmosphäre. Geschäfte und Cafés für jeden Geschmack beleben die Szenerie. Knapp nordwestlich davon liegt die Insel Tanzwerder, wo sich Werra und Fulda zur Weser vereinigen. Von hier starten auch Schiffsfahrten wie etwa nach Kassel oder Bad Karlshafen.

Burgstraße

An der Ostseite der Stadt befindet sich der Fangenturm, auch Kronenturm genannt. Er ist mit dem Wall ein Rest der ehemaligen Stadtbefestigung. Davor liegt ein grüner, idyllischer Park mit Ruhebänken. Von hier ist es nur ein paar Schritte bis zur Burgstraße, einer besonders schönen Fachwerkstraße. Sehr repräsentativ ist die Zusammensetzung von kleinen und großen Häusern, den verschiedenen Gauben und natürlich des Fachwerks. In der Nummer 8 befindet sich die Reformierte Kirche.

Das Welfenschloss

Am Ende der Straße steht das Welfenschloss aus dem 16. Jahrhundert. Neben einem Museum wird es von der Stadt und dem Amtsgericht genutzt. Von hier führt die Marktstraße geradeaus zum Markt. Sie kreuzt die Lange Straße, die Einkaufsstraße von Hannoversch Münden ist. An der Ecke steht das Haus von Bartold Mattenberg, dem Spross einer einheimischen Ratsfamilie. Auf ihm ist der Spruch geschrieben: „WER GOT VERTRAWT + HAT WOL GEBAWT + ANNO DOMINI + 1554 + BARTOLD + MATTENBERG + STEDT VNDE BVRG MVSSEN VERGEHN + GOTTES WORT BLEIBT EWIG BESTEHN + BELIEBE GOT + VND HALT SIN GEBOET“.

Rathaus mit Häusern am Markt

Am Markt liegt das Rathaus, das noch bauliche Ursprünge im Mittelalter hat. Die Eingangspforte ist bunt bemalt und wird von Säulen mit Putten umgeben. Darüber hinaus sind das Stadtwappen, eine Inschrift und Löwenköpfe zu sehen. Dahinter steht die Sankt Blasiuskirche, mit deren Bau ebenfalls im Mittelalter begonnen wurde. An ihrer Außenseite sind einige Grabplatten angebracht.

Sankt Blasiuskirche

Die Lange Straße ist 500 Meter lang und durchzieht die Altstadt von Nord nach Süd. In der Nummer 47 steht das Haus von Christoph Mattenberg, der Kaufmann und Ratsherr und später Bürgermeister in Hannoversch Münden war. Hier ist der Spruch zu lesen: „WER + GOT + VERTRAWET + DER + HAT + WOL + GEBAWET + CHRISTOPHORVS + MATTENBERG + HAT + DIS + HVS + GEBAVET + ANNO + 1582“. Links und rechts der Straße gibt es nette Geschäfte, und wer sich eine Pause gönnen will, setzt sich vor ein Café und schaut dem Trubel zu.

Haus von Christoph Mattenberg in der Langen Straße

Am Ende der Langen Straße trifft man wieder auf die ehemalige Stadtbefestigung, zu der die Rotunde gehört. Es ist ein runder Wehrturm, dessen Inneres von außen gut zu besichtigen ist. Er ist zugleich Gefallenendenkmal und Mahnmal für die jüdischen Mitbürger der Stadt. Die vielbefahrene Kasseler Straße führt an dieser Stelle vorbei. Kurz vor der Pionierbrücke und damit schon in Sichtweite steht der Hagelturm, der das Museum für Arbeit beherbergt. Über eine Grünanlage hinter der Rotunde kommt man zur Sankt Aegidienkirche. Sie wird heute von einem Café genutzt. Im Außenbereich sind historische Grabplatten zu sehen.

Die Rotunde

Wo man auch hingeht in Hannoversch Mündens Altstadt, man wird immer wieder auf interessante Orte treffen. Die Häuser erzählen Geschichten, und man kann in ihnen lesen wie in einem Buch. Jede Straße, die man betritt, vermittelt dem Besucher einen anderen Eindruck. An der Werra gibt es noch die Schlagden, wo früher Waren umgesetzt wurden. Der großzügige Packhof steht an der Bremer Schlagd und ist heute ein Hotel und Café. Südlich davon liegt die Kasseler Schlagd, östlich bis zur Alten Werrabrücke die Bremer Schlagd.

Bremer Schlagd mit Packhof

In der Lohstraße 15 wohnte der junge Erwin Proskauer, ein jüdischer Einwohner, der 1939 von SA-Männern in seiner Wohnung überfallen und gezwungen wurde, in die Werra zu springen. Seine Wohnung wurde verwüstet, er selbst kam ums Leben. Eine Gedenktafel erinnert an diese Begebenheit.

Haus von Erwin Proskauer

Am Ende der Mühlenstraße gibt es bei den Schlagden eine ansehnliche Holzbrücke. Über eine kleine Insel gelangt man zur Insel Tanzwerder, einem beliebten Ausflugsziel. Sie wird von Werra und Fulda umflossen und steht ganz im Zeichen des Wassers. Auf ihr gibt es auch einen größeren Parkplatz. Der Weg führt von hier zum 1899 errichteten Weserstein. An dieser Stelle bildet sich die Weser. Schiffsfahrten ins Weserbergland starten direkt nebenan. Es gibt auch noch eine zweite Anlegestelle beim Eduard-Wüstenfeld-Weg, der mehr südlich an der Kasseler Straße liegt.

Der Weserstein

Nur für Schwindelfreie ist die Hängebrücke von der Insel Tanzwerder zum Fischerweg geeignet. Kinder haben sicherlich auch großen Spaß daran, die Brücke in Bewegung zu bringen. Hinter dem Fischerweg verläuft die Bundesstraße 3. Man kann sie leicht über eine Fußgängerampel queren. Ein Spaziergang lohnt sich, denn auf diese Weise kommt man zur hoch über der Stadt gelegenen Tillyschanze, einem Aussichtsturm mit Gartenwirtschaft. Ab der Ampel ist der Weg ausgeschildert. Man läuft einfach noch durch den Wald. Die Tillyschanze gehört selbst schon zu Hessen, worauf ein Grenzstein am Wegesrand hinweist.

Die Hängebrücke von der Insel Tanzwerder aus

Der Aussichtsturm wurde bereits im 19. Jahrhundert erbaut. Wunderschön ist der Blick auf die gesamte Altstadt mit der Sankt Blasiuskirche und dem Welfenschloss als herausragende Gebäude. Sehr gut lässt sich auch die städtebauliche Entwicklung verfolgen, wenn man die Wohngebiete, die an den Hängen gewachsen sind, betrachtet. Rund um den Turm ist ein Garten mit historischen Steinmetzarbeiten angelegt. Im Wald links hinter der Gaststätte befindet sich ein Erdwall aus dem Dreißigjährigen Krieg.

Die Tillyschanze

Hannoversch Münden ist über die A 7 gut erreichbar. Das Autobahndreieck mit der A 38 Richtung Leipzig ist nicht weit weg. In der Stadt treffen mehrere Bundesstraßen aufeinander, unter anderem die B 3. Kassel ist etwa 25 Kilometer, Göttingen 30 Kilometer entfernt. Nahverkehrszüge verkehren in diese Städte sowie nach Erfurt und Halle (Saale).

Nürnberg

Nürnberg hat über 500.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der Franken im Freistaat Bayern. Sie hat als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum eine jahrhundertealte Tradition und war im Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz, der Menschen von überall her anzog.

Ludwigsplatz mit Weißem Turm

Der deutsche Maler und Grafiker Albrecht Dürer wurde 1471 in dieser Stadt geboren und lebte bis zu seinem Tod auch hier. Millionen Menschen besuchen Jahr für Jahr die große, gut erhaltene Altstadt, in der man alles finden kann. Lebendige Einkaufsstraßen, verträumte Gassen, zauberhafte Plätze, schöne Fachwerkhäuser, prächtige Kirchen und nicht zuletzt die Kaiserburg. Ein bekanntes Aushängeschild ist auch der Nürnberger Weihnachtsmarkt.

Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof liegt gleich vor den Toren der Altstadt. Hier beginnt die Königstraße, eine Einkaufsstraße mit vielen Geschäften und Kaufhäusern, die zum Hauptmarkt führt. Am Lorenzer Platz befindet sich gegenüber der Kirche ein berühmter mittelalterlicher Wohnturm, der Nassauer Haus genannt wird. Davor steht der Tugendbrunnen mit seinen wasserspeienden Figuren.

Nassauer Haus mit Tugendbrunnen

Die Ursprünge der evangelischen Lorenzkirche liegen im 13. Jahrhundert. Die Besichtigung des Innenraumes mit seinen mannigfachen Kunstschätzen sollte man nicht verpassen. Weiter geht es über die Pegnitzbrücke zum Hauptmarkt, einem Platz, wo immer noch die Märkte und Veranstaltungen stattfinden.

Lorenzkirche

Hinter diesem befindet sich das Nürnberger Rathaus aus dem 17. Jahrhundert. Gegenüber steht die Sebalduskirche, das zweite evangelische Gotteshaus der Stadt. Das Besondere sind ihre steinernen Bildnisplatten an der Außenwand und die sakralen Schätze im Innenraum. Dazu gehören das prachtvolle Grab des Namensgebers, des Heiligen Sebaldus, zahlreiche Skulpturen und Gemälde.

Sebalduskirche

Aus einer Zeit, als die Stadt in voller Blüte erstrahlte und einfach nur schön: Die mittelalterlichen Fresken. Die Sebalduskirche verzaubert jeden Besucher und lädt ein, innezuhalten und zu beten. Vom Albrecht-Dürer-Haus und der Burg führen die Straßen direkt auf sie zu.

Fresko in der Sebalduskirche

Die Burg ist das Wahrzeichen von Nürnberg und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen der ehemaligen Reichsstadt. Ihre Architektur begeistert Jahr für Jahr Millionen von Besuchern aus aller Welt und wurde zum Vorbild für viele nachfolgende Bauten. Errichtet ab dem 11. Jahrhundert, wurde sie zur Residenz für Kaiser und Könige und bot der Stadt einen sicheren Schutz, um sich zu entwickeln.

Fünfeckturm mit Kaiserstallung und Turm Luginsland

Das beste und kostenlose Panorama hat man von der Aussichtsterrasse. Nicht nur die Altstadt wie hier mit den Türmen der Sebalduskirche, auch die Außenbezirke sind gut zu sehen. Besichtigungen in der Burg sind das ganze Jahr über zu den Öffnungszeiten möglich.

Aussichtsterrasse mit Sinwellturm (links)

Unterhalb der Burg, an der Stadtmauer gelegen, kann man das Albrecht-Dürer-Haus besichtigen. Es stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Hier wohnte der berühmte Künstler, von dem Kreationen wie der Feldhase stammen. Heute ist in den Räumen ein Museum untergebracht. Vom Dürerhaus kann man der Neutormauer folgen, das ist ein sehr hübsches Stück Stadtmauer.

Albrecht-Dürer-Haus mit Stadtmauer

Nach kurzer Zeit kommt man zur Pegnitz, einem Fluss, der quer durch die Nürnberger Altstadt fließt. An diesem Ort vereinen sich mehrere Sehenswürdigkeiten: Zum Einen ist es der Kettensteg, eine begehbare Hängebrücke aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Kettensteg

Wohl eine der bekanntesten Stadtansichten von Nürnberg ist der Weinstadel aus dem 15. Jahrhundert. Es ist eines der schönsten Fachwerkhäuser und wird seit Jahrzehnten als Studentenwohnheim genutzt.

Weinstadel

Ein Muss für jeden Besucher ist der Gang über den Henkersteg und der Blick auf die malerischen Häuser an der Pegnitz.

Henkersteg

Gleich neben dem Henkersteg steht das Unschlitthaus, ein Kornspeicher aus der Zeit um 1500. Wer das mittelalterliche Nürnberg noch intensiver kennenlernen will, braucht sich nur ein paar Schritte weiter zur Spittlertormauer begeben. Hier gibt es eine romantische Partie mit einem weiteren Teil der alten Stadtmauer und dem Turm der Sinne.

Spittlertormauer

Sehr bekannt ist Nürnberg natürlich wegen des Germanischen Nationalmuseums, das sich in der Kartäusergasse befindet. Die Ausstellungen sind in Räumen eines ehemaligen Klosters sowie in Neubauten untergebracht. Das Museum ist eine Sammlung und Dokumentation der gesamten Geschichte des deutschsprachigen Raumes. Präsentiert werden antike Bodenfunde, Urkunden, Kunstgegenstände, Skulpturen, Gemälde, Volkstrachten, Mobiliar, Militaria und dergleichen mehr. Umfassende Archive und eine gut bestückte Bibliothek gehören ebenfalls zu der Einrichtung.

Germanisches Nationalmuseum

Über die ganze Altstadt verteilt finden sich noch viel mehr Sehenswürdigkeiten. Sie werden als „Historische Meile“ bezeichnet. Nürnberg ist von jeder Richtung her gut erreichbar. Über die Autobahn aus München, Heilbronn, Frankfurt, Berlin, Leipzig, Dresden oder Prag. Mit dem ICE von Dortmund, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Leipzig, München, Passau oder Wien. Mit dem IC von Karlsruhe und Stuttgart, dem Interregio von Dresden. Nach Prag gibt es eine Fernbusverbindung, die vor dem Hauptbahnhof abfährt.

Schwarzwald

Geografie

Der Schwarzwald liegt im Südwesten Baden-Württembergs und ist ein Mittelgebirge, das großflächig mit dichten Nadelwäldern bewachsen ist. Von Norden nach Süden beträgt seine Ausdehnung rund 150 Kilometer, von West nach Ost rund 50 Kilometer. Der höchste Gipfel ist mit 1.493 Metern ü. NN. der Feldberg im Südschwarzwald. Hier kommen auch die meisten Tausenderberge wie der Kandel, Schauinsland oder Belchen vor. Im Nordschwarzwald ist die Hornisgrinde mit 1.164 Metern ü. NN. die höchste Erhebung. In der Eiszeit wurde das Gebirge von einem Gletscher überzogen, der die Landmassen bewegte und Felsen rundschliff.

Am Kandel bei Waldkirch

Geschichte - Frühzeit

Den Namen erhielt der Schwarzwald schon von den Römern, die bei ihrer Eroberung von Germanien auch in diese Gefilde vordrangen. Für sie erschien das Waldgebiet aufgrund seiner Größe als bedrohlich, angsteinflößend. Um Christi Geburt lebten wohl nur sehr wenige Menschen im heutigen Schwarzwald. Es handelte sich um Kelten, die nachgewiesenermaßen auch Bergbau und Tauschhandel mit anderen Völkern betrieben. Später kamen Alemannen in die Gegend. Doch auch in den Zeiten, als überall Dörfer und Städte gegründet wurden, blieb die Erschließung des Schwarzwaldes verhalten.

Küssaburg bei Waldshut-Tiengen

Geschichte – Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert

Nach wie vor waren es nur wenige Menschen, die in den abgelegenen Tälern und an Bergrändern von einer ärmlichen Landwirtschaft leben wollten. Beliebter waren stets die fruchtbaren Gegenden im Rheintal, das westlich an den Schwarzwald grenzt. Hier herrscht stets ein gutes Klima, das von der geografischen Lage und den Winden begünstigt wird. Größere Städte wie Karlsruhe, Pforzheim, Straßburg und Freiburg entwickelten sich an den Randlagen. Ansiedlungen im Schwarzwald mussten besonders gefördert werden. So entstand auch Freudenstadt zu Beginn des 17. Jahrhunderts, das als Residenzstadt angelegt worden war. Territoriale Interessen teilten den Schwarzwald in einen badischen und württembergischen Teil. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert bot eine neue Chance, betraf aber nur die Orte am Rande des Schwarzwaldes.

Marktplatz in Freudenstadt

Touristische Ambitionen

Der große Aufschwung kam durch den Tourismus, der mit dem Bau von Eisenbahnstrecken Einzug hielt. Generationen von Deutschen verbrachten hier ihre Ferien. Und auch Urlauber aus dem benachbarten Ausland wie Frankreich und der Schweiz, aber auch aus den USA und Japan genießen die wohltuende Ruhe und Gemütlichkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten viele Schwarzwaldorte, dem steigenden Bedarf an Betten Rechnung zu tragen. Dabei wurde auf naturverträgliche Belange keine Rücksicht genommen. Nicht selten wurden hässliche Betonklötze hochgezogen, die keinen Bezug zur ursprünglichen Bebauung hatten. Doch bald erkannte man den Fehler und reduzierte die Zahl der Stockwerke. Ab den Achtzigerjahren findet man wieder harmonische Apartmentanlagen und Ferienhäuser, die Mensch und Natur in Einklang bringen.

Vogtsbauernhof bei Gutach

Typisch Schwarzwald

Wer den Namen Schwarzwald hört, denkt an mehrere Markenzeichen: Etwa das typische Schwarzwaldhaus, ein monatelang eingeschneites Bauerngehöft mit Walmdach und Schindelverkleidung. Prächtige Exemplare kann man sich im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof bei Gutach anschauen. Oder die originale Kuckucksuhr, die noch heute von manchen Betrieben in Handarbeit hergestellt wird. Dann der traditionelle Bollenhut und die Schwarzwälder Tracht. Souvenirs kann man in den Touristenorten so einige kaufen. Die geschäftige Seestraße in Titisee ist ein Beispiel für alles, was man als Konsumfreudiger für seine Lieben kaufen kann. Da gibt es Mitbringsel, die zwar nach Schwarzwald aussehen, aber doch recht preiswert am Ende der Welt produziert wurden. Wer natürlich lieber ein einheimisches Produkt bevorzugt, kann das ebenso finden wie die schnelle Küche oder die gute Gastronomie.

Seestraße in Titisee

Gelegentlich sollte man sich vorher informieren, wenn man einen Ausflugsort besucht. Gute Qualität muss nicht teuer sein. Es gibt stark frequentierte Plätze wie im Südschwarzwald, wo Busse ganze Ladungen von Gästen absetzen und wo man dementsprechend Abstriche machen muss. Aber die Mehrheit aller Orte hat sich mittlerweile auf den sanften Tourismus umgestellt. Da findet man gute Gaststätten und erstklassige Ausflugsziele, kauft typische Souvenirs zu realistischen Preisen und wird stets freundlich behandelt.

Falkensteinfelsen mit Therme in Bad Herrenalb

Natur erleben

Manch einer mag auch an den Spruch denken: „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“. Die Breg entspringt in der Nähe von Furtwangen an der Martinskapelle und wird oft als Ursprung der Donau bezeichnet, denn diese Quelle ist die mündungsfernste und am höchsten gelegene. Von hier bis ins Schwarze Meer sind es 2888 Kilometer. Das Wasser speist den sogenannten Quelltopf im Schlosspark von Donaueschingen und fließt weiter durch die Felsen der Schwäbischen Alb.

Wandern ist im Schwarzwald ein allseits beliebter Sport. Daneben gibt es für gut Trainierte natürlich auch die Möglichkeit, die Landschaft mit dem Rad oder per Mountainbike zu entdecken. An Bergen wie dem Kandel über Waldkirch starten an schönen Tagen immer die Gleitschirmflieger. An Titisee, Schluchsee und der Nagoldtalsperre bestehen Badegelegenheiten. Und im Winter, wenn der Schnee da ist, werden die Hänge zum Paradies für die Skitouristen und Familien, die mit ihren Kindern rodeln.

Am Schluchsee

Verkehr im Schwarzwald

Der Schwarzwald ist ein ideales Ziel für Menschen, die nach Ruhe und Erholung für ein paar Tage suchen. Rundum wird er von Autobahnen umschlossen. Das sind die A 5 Frankfurt-Basel, die A 8 Karlsruhe-Stuttgart-München und die A 81 Stuttgart-Singen. Zugegebenermaßen, an sonnigen Ferientagen und den Wochenenden ist hier viel los. Die Bundesstraßen werden gut befahren und aufgrund der zahlreichen Kurven auch gerne von Motorradfahrern in Anspruch genommen. Eine davon ist die Schwarzwaldhochstraße, Teil der B 500, die von Baden-Baden nach Freudenstadt führt. Wenn nicht gerade Winter ist, können auch Nebenstraßen sehr reizvoll sein. Für Radfahrer und Wanderer empfiehlt sich der Kauf einer Karte, wie sie vom Landesamt Baden-Württemberg und dem Kompass Verlag angeboten werden. Hier sind neben allen Straßen und Wegen auch Freizeittipps eingetragen.

Am Lachenhäusle bei Furtwangen

Ruhiger unterwegs mit der Bahn

Nach wie vor gibt es auch etliche Orte, die mit der Bahn erreichbar sind. Eine besonders lohnende Strecke ist die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Singen. Sie überwindet einen Höhenunterschied von mehreren hundert Metern und passiert dabei zahlreiche Tunnels. Darüber hinaus ist die Trasse sehr kurvenreich und lässt schöne Aussichten auf die Landschaft zu. Freudenstadt mit seinem großen Marktplatz und der einzigartigen Umgebung ist direkt von Karlsruhe und Stuttgart her erreichbar.

Gengenbach

Gerade im Südschwarzwald gibt es noch eine Reihe an Strecken, die nicht nur Bahnfans begeistern. Von Freiburg im Breisgau kommt man ganz bequem über den Titisee nach Seebrugg am Schluchsee. Im äußersten Südwesten fährt die SBB von Basel über Lörrach nach Zell im Wiesental. So kann man geruhsam anreisen und gleich auf Schusters Rappen zu einer Tour starten.

Calw

Die Kreishauptstadt mit 24.000 Einwohnern liegt im Nördlichen Schwarzwald im Nagoldtal. Sie ist etwa 25 Kilometer südlich von Pforzheim und 45 Kilometer westlich von Stuttgart entfernt. Es ist die Geburtsstadt von Hermann Hesse. Viele Fachwerkhäuser sind quer über die ganze Altstadt verteilt. In den Gassen spürt man bis heute eine besondere Art von Gemütlichkeit. Obwohl auch Calw seinen Wandel mitgemacht hat, ist es hier gelungen, die Atmosphäre vergangener Tage mit der Moderne zu verbinden.

Altburger Straße

An Sehenswürdigkeiten gibt es den historischen Marktplatz mit Häusern aus dem 17. Jahrhundert und dem Geburtshaus von Hermann Hesse, Marktplatz 6. Hier wohnte seine Familie von 1874 bis 1881. Er selbst kam am 2. Juli 1877 zur Welt und war Autor berühmter Romane wie „Siddhartha“ und „Narziß und Goldmund“. Am Marktplatz 30 hat man für den großen Bürger von Calw ein Museum eingerichtet, das auch Informationen für ausländische Besucher bereithält.

Marktplatz mit Rathaus

Eine lange Tradition steckt in der evangelischen Stadtkirche am Ende des Marktplatzes, die ihre Ursprünge im Mittelalter hat. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte ein weitgehender Neuaufbau. Das Rathaus stammt von 1454, seine Fassade wird durch Figuren geschmückt. Auf der Nikolausbrücke steht eine Kapelle, in der auch Trauungen durchgeführt werden. Nebenan grüßt die Statue von Hermann Hesse den Besucher. Die Stadtinformation von Calw im Schwarzwald bietet verschiedene thematische Führungen an.

Hessestatue auf der Nikolausbrücke

Im Ortsteil Hirsau steht das bekannte Kloster, das als Ruine besichtigt werden kann. Die Klosteranlage Sankt Peter und Paul mitsamt romanischer Basilika wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Ihr Stil war beispielhaft für weitere Kirchen in ganz Deutschland. 1692 wurde die gesamte Anlage in Folge des Pfälzischen Erbfolgekrieges durch französische Truppen abgebrannt. Die Ruinen haben sich seit damals nicht bedeutend verändert. Vielfach kann der Besucher durch Fassaden bummeln, die aber ohne Ausstattung sind.

Kloster Hirsau

Als einziger Bestandteil aus dem Mittelalter hat sich die Klosterkirche erhalten. In den Nebengebäuden gibt es auch ein Museum mit einem Rückblick auf über 1000 Jahre Klosterleben in Hirsau.

Donaueschingen

Die Donau ist der zweitlängste Fluss Europas und berührt auf ihrem Weg vom Schwarzwald bis ins Schwarze Meer ganz unterschiedliche Länder und Kulturen. Brigach und Breg sind die zwei Flüsse, die im Schlosspark von Donaueschingen den Quelltopf der Donau mit Wasser speisen. Die kleine Stadt liegt auf der Baar zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb.

Pfarrkirche St. Johann

Im Umfeld stehen das Fürstliche Schloss und die katholische Pfarrkirche St. Johann aus dem 18. Jahrhundert. Beide stellen schon allein eine Sehenswürdigkeit dar. Das Schloss wird heute wieder vom Fürsten bewohnt und beherbergt auch ein Museum mit den Sammlungen der Adelsfamilie. Führungen sind auf Anfrage möglich. Die barocke Kirche verfügt über zwei Türme und wird zur Straße hin von einer Mauer begrenzt. In diese ist eine figurale Darstellung aus dem Christentum eingelassen. Am Gebäude befinden sich einige Skulpturen und bunte Verzierungen.

Schloss Donaueschingen

Hinter der Kirche gibt es eine Terrasse, von der man einen Blick auf den Quelltopf der Donau hat. Treppen führen hinunter und man steht vor einem steinernen Kunstwerk vom Ende des 19. Jahrhunderts. Über der Donauquelle wacht eine Figurengruppe, auf der anderen Seite muss man nochmals einige Stufen hinablaufen, um zum Quelltopf zu kommen. Die zahlreichen Besucher aus aller Welt schmeißen gerne Münzen hinein. Rund um diesen Ort findet man verschiedene Hinweistafeln, die eine Meereshöhe von 678 Metern oder die Entfernung bis zum Meer von 2840 Kilometern angeben. Natürlich kann man auch historische Daten nachlesen.

Die Donauquelle

Der Schlosspark, auch Fürstlich Fürstenbergische Parkanlage genannt, befindet sich zwischen dem Stadtkern von Donaueschingen und dem Zusammenfluss von Brigach und Breg zur Donau. Der Park weist viel alten Baumbestand auf. Details wie Denkmäler, Wasserläufe, Teiche und die Brigach selbst laden zu einem Spaziergang ein. Die Parkanlage wurde 1820 im französischen und englischen Stil angelegt. Es werden auch Führungen für Gruppen durch den Schlosspark angeboten.

Fürstlich Fürstenbergische Parkanlage

Donaueschingen selbst hat keinen sonderlich alten Stadtkern. Die bauliche Entwicklung nahm mit dem Bau des Schlosses und wohl auch nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Lauf. Interessant ist noch der Bereich vom Schloss Richtung Bahnhof, in der Fortsetzung der Fürstenbergstraße über die Karlstraße bis zur Zeppelinstraße und Käferstraße. Dort ist das Zentrum mit netten Geschäften, ein paar alten Häusern und dem geschäftigen Leben der Stadt. Die Fürstenberg-Brauerei am Postplatz ist ein weiteres historisches Gebäude, das sofort ins Auge fällt.

Karlstraße im Stadtkern

In der Nähe des Bahnhofs steht an der Brigach die Christuskirche, erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie ist die Glaubensstätte für die evangelischen Christen in Donaueschingen.